Die Geschichte des Hauses


Als eine der ersten Institutionen in Deutschland zeigt das Haus am Waldsee seit Januar 1946 in ununterbrochener Reihe Ausstellungen mit internationaler zeitgenössischer Kunst. Anfang der 20er Jahre war die Villa im Auftrag eines jüdischen Regenmantelherstellers erbaute worden. Bis Kriegsende wechselte die Immobilie achtmal die Hände. In den 40er Jahren wohnte hier der Direktor der Reichsfilmkammer. Im Juni 1945 traten die Berliner Philharmoniker mit einem ihrer ersten Nachkriegskonzerte auf. 1946 will der Kunstkritiker Edwin Redslob hier zuletzt Franz Marcs „Der Turm der Blauen Pferde“ (1913) gesehen haben, das bis heute verschollen ist.

In der liebevoll „Haus am Waldsee“ getauften Villa trafen sich vor allem Künstler und Musiker, die in den Jahren des Nationalsozialismus zum Schweigen verurteilt waren. Ab 1948 entwickelte das Haus unter der Leitung von Carl Ludwig Skutsch sein überregional wahrgenommenes Ausstellungs-Profil. Künstlerische Positionen, die seit 1939 an Deutschland vorbeigegangen waren, wie Pablo Picasso, Henry Moore oder Max Ernst wurden vorgestellt und deutsche Künstler wie Oskar Schlemmer, Karl Schmidt-Rottluff, Käthe Kollwitz oder Hermann Blumenthal wurden rehabilitiert.

Seit 2005 gilt das Hauptaugenmerk unter Leitung von Katja Blomberg der heutigen kreativen Energie Berlins. Mit Thomas Florschütz, Jonathan Monk, Corinne Wasmuth, Norbert Bisky, Beate Gütschow, Anton Henning, Björn Melhus, Olav Christopher Jenssen, Frank Nitsche, Marcel van Eeden, Albrecht Schnider, Takehito Koganezawa, Michael Sailsdorfer oder Christine Streuli u.v.a. werden international durchgesetzte Positionen vorgestellt. Designer wie Werner Aisslinger, Architekten wir GRAFT oder Komponisten wie Peter Ablinger oder William Engelen werden in Einzelausstellungen zur Diskussion gestellt.

Künstlergespräche, Künstleressen, Konzerte, Kataloge, Kindervernissagen, Yoga in der Kunst, Geschichten in der Kunst oder Free Talk Führungen in Dialogform begleiten die Ausstellungen. Audiotouren führen zur Architektur der Moderne in unmittelbarer Nähe des Hauses, ein Skulpturenpark am See und ein Café runden das Angebot ab. Das Haus am Waldsee wird in privater Trägerschaft geführt. Es erhält Zuschüsse von Seiten des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin sowie vom Berliner Senat. Sein großer Freundeskreis genießt exklusive Führungen, Exkursionen und freien Eintritt in alle Ausstellungen und unterstützt das Haus tatkräftig.