Melanie Manchot | MOSCOW GIRLS und andere Geschichten

07.04.2006 – 28.05.2006

 

Die 1966 am Rhein geborene, Londoner Künstlerin entwickelt in ihren seriellen Video- und Fotoarbeiten intensive Dialoge mit dem Publikum. In der Serie „Moscow Girls“ (2004) sammelt Manchot individuelle Geschichten junger russischer Frauen aus der Wendezeit nach 1991. Anhand von fast lebensgroßen Foto­porträts wird ein intimer Austausch zwischen Betrachter und Betrachtetem, zwischen Berlin und Moskau erzeugt.

Auch in der Installation „Hotel Moskau“ (2005) spielt erzählte Geschichte eine zentrale Rolle. In der mehrteiligen Videoarbeit referieren sieben Moskauer Bürger jeweils ihre Version der Baugeschichte des berühmten Nobelhotels. Mit ihrer Arbeit schafft Melanie Manchot der traditionsreichen 2005 abgetragenen Herberge ein Denkmal und lässt es in der Ausstellung neu entstehen.

Für „Groups and Locations (Moscow)“ (2005) arbeitete Manchot ebenfalls in der russischen Hauptstadt. Zu sehen sind Passanten, die die Künstlerin auf Plätzen, Bahnhöfen und in Parks spontan gebeten hat, inne zu halten und sich für ein Gruppenfoto zusammen zu stellen. Manchot hat Momentaufnahmen gemacht, die sich zufällig begegnende Bewohner zeigen.

Die Ausstellung „Moscow Girls und andere Geschichten“ wird das gesamte Haus am Waldsee mit ca. 400 qm Ausstellungsfläche einnehmen. Weitere Werkgruppen, die zum Teil erst 2006 in Berlin entstanden sind, runden den Überblick ab. Das Werk der international arrivierten Künstlerin wird in diesem Umfang zum ersten Mal in Deutschland vorgestellt.