Florian Slotawa | Land gewinnen – Skulptur

26.08.2005 – 09.10.2005

 

Zum Auftakt des neuen, auf das internationale Berlin ausgerichteten Ausstellungsprogrammes des Haus am Waldsee, widmet sich Florian Slotawa Haus und Garten der ehemals privaten Zehlendorfer Villa. Mit seinem Eingriff "Land gewinnen" befreit der 1972 in Rosenheim geborene Bildhauer das idyllische Seegrundstück vorübergehend von allen Spuren seiner fast 60-jährigen Ausstellungsgeschichte.

In einer Geste des Innehaltens schafft Slotawa ein temporäres Werk, das die Wahrnehmung durch Dekontextualisierung schärft. Freisetzen und Einverleiben, Leere und Überfülle sind die Dualitäten, mit denen er das gesamte Terrain von über 13.000 Quadratmetern neu definiert. Das Vorhaben gleicht einer Generalinventur. Sie erfasst eine Westberliner Institution, die in ihrer Reihe herausragender Einzelpositionen von Henry Moore bis Rebecca Horn, von Pablo Picasso bis Thomas Florschuetz nie zuvor so konsequent als ein einziges Kunstwerk aufgefasst worden ist.

Mit "Land gewinnen" verbringt Slotawa ein Freilichttheater mit 800 Sitzplätzen, Plastiken mehrerer Künstlerkollegen sowie das komplette Gartenmobiliar von der Parkbank bis zum ausrangierten Ruderboot des ehemaligen Direktors Thomas Kempas ins Innere des Hauses.

Erneut greift der Künstler das Inventar eines Ausstellungshauses für seine Arbeit auf. Dabei zieht er auf der einen Seite Material ab, um es an anderer Stelle zu konzentrieren. Slotawas Strategie entspricht prinzipiell traditionellen Vorgehensweisen klassischer Bildhauerei: Material wird entfernt und verdichtet. Allerdings erklärt er Alltags- und Kunstgegenstände, die er an einem Ort vorfindet, zu seiner plastischen Substanz.

Zuletzt haben der Kunstverein in Bonn (2004), das Kunstmuseum Thun in der Schweiz (2003) sowie das Museum Abteiberg in Mönchengladbach (2001) den Künstler zu Einzelpräsentationen eingeladen. In Berlin hat Florian Slotawa an der Eröffnungsausstellung der Akademie der Künste am Pariser Platz teilgenommen (2005). In der Kunsthalle zu Kiel entwickelte er anlässlich der Ausstellung "No Money" (2004) seine "Kieler Sockel".

Florian Slotawa lebt in Berlin.