Takehito Koganezawa, After the Heat, neue Aquarelle


12.09.17 - 15.10.17

a man steal a water

Takehito Koganezawa, "A man steel a water", Aquarell auf Papier, 2017

„After The Heat“ stellt neue Aquarelle des Zeichners, Videokünstlers und Performers Takehito Koganezawa (*1974 Tokyo) vor. Sie sind für das Haus am Waldsee (HaW) im Sommer 2017 in Japan entstanden. Die Blätter geben Einblick in eine phantastische Welt, in der das Tagesgeschehen träumerisch, assoziativ und aus dem Gedächtnis heraus auf sehr sinnliche Weise reflektiert wird.

Zeichnungen in Aquarelltechnik entstehen bei Takehito Koganezawa aus Nachbildern, wie sie den Zwischenraum von Erinnerung und Vision beschreiben. Das Staunen über die Welt als Raum des Empfindens, gibt Koganezawa immer wieder Stoff für seine mit einfachen Mitteln aquarellierten Arbeiten auf Papier, in denen er über Raum und Zeit reflektiert. In kleinen Formaten und mit sicherer Hand, schreibt der Künstler seine Tageseindrücke nieder.

Nach dem Umzug von Berlin nach Onomichi in der Nähe von Hiroshima im Frühjahr 2017 bedeutet dies, dass er die Hitze und Feuchtigkeit des subtropischen Sommers in Japan neu erfährt. Koganezawa fühlt sich in seine Kindheit in Tokyo zurückversetzt: Das nächtliche Zikadenklirren, die starken Gerüche der wuchernden Vegetation, aber auch die streunenden Hunde und das plötzliche Aufziehen tropischer Gewitter am Horizont lassen ihm die Welt verzaubert erscheinen.

Die aktuelle Serie knüpft an Blätter an, wie sie 2012 im Rahmen einer großen Einzelausstellung im Haus am Waldsee in Berlin Zehlendorf zu sehen waren. Anders als in den bewegten Performances und Videoarbeiten, die damals außerdem zu sehen waren, geben die Aquarelle Momente der inneren Beobachtung wieder. Es stellt sich die Frage, ob die Wahrnehmung, wie sie Koganezawa scheinbar unbeschwert festhält, sogar realer ist, als die Ordnung der äußeren Welt, die uns umgibt.

Nach einem Studium an Tokyos Musashino Art University, kam Koganezawa 1999 mit einem Stipendium nach Berlin. Sein Nachdenken über das Wahrgenommene wurzelt spürbar in den traditionellen Philosophien Japans. Die Stärke seiner Arbeiten liegt jedoch darin, dass er heutige Übersetzungen für ein spezifisch ostasiatisches Lebensgefühl zwischen Vergangenheit und Zukunft findet.


Wir danken der Galerie Loock für die freundliche Kooperation.
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